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Die kurze Antwort: Ja, du solltest Retinol in der Schwangerschaft absetzen. Retinol ist eine Form von Vitamin A und gehört zur Familie der Retinoide. Hohe Vitamin-A-Dosen stehen im Verdacht, dem ungeborenen Kind zu schaden. Für Retinoide in Tablettenform (etwa Isotretinoin gegen Akne) ist das Risiko eindeutig belegt. Bei Cremes und Seren nimmt der Körper zwar nur sehr geringe Mengen auf, aber Fachstellen wie Embryotox der Charité raten aus Vorsicht trotzdem von der Anwendung ab. Die gute Nachricht: Du musst in den nächsten neun Monaten nicht auf Anti-Aging-Pflege verzichten. Mit Bakuchiol gibt es eine pflanzliche Alternative, die ähnlich wirkt, aber kein Retinoid ist.

In diesem Artikel

Warum ist Retinol in der Schwangerschaft tabu?

Retinoide steuern das Zellwachstum. Genau das macht sie in der Hautpflege so wirksam gegen Falten und Akne, und genau das macht sie in der Schwangerschaft problematisch: In der Embryonalentwicklung kann zu viel Vitamin A die Organbildung stören. Man spricht von einem teratogenen (fruchtschädigenden) Potenzial.

Wichtig für die Einordnung: Das belegte Risiko betrifft vor allem Retinoide, die eingenommen werden. Bei einer Retinol-Creme gelangt nur ein Bruchteil des Wirkstoffs ins Blut. Ein klarer Schaden durch kosmetisches Retinol wurde nie nachgewiesen. Aber weil sich Studien an Schwangeren aus ethischen Gründen verbieten, gilt das Vorsichtsprinzip: absetzen, sobald du von der Schwangerschaft weißt. Diese Empfehlung teilen Frauenärztinnen, Hebammen und die unabhängige Beratungsstelle Embryotox der Charité Berlin.

Welche Inhaltsstoffe musst du absetzen?

Prüfe die INCI-Liste deiner Produkte auf diese Namen:

Inhaltsstoff Wo er steckt In der Schwangerschaft
Retinol, Retinal Anti-Aging-Seren, Nachtcremes Absetzen
Retinyl Palmitate Viele Tagescremes, auch Drogerie Absetzen
Tretinoin, Adapalen, Tazaroten Verschreibungspflichtige Akne-Cremes Absetzen, mit Ärztin sprechen
Isotretinoin (oral) Akne-Tabletten Streng kontraindiziert
Bakuchiol Pflanzliche Seren Gilt als unbedenklich

Ich habe versehentlich Retinol benutzt: Was jetzt?

Erst einmal: durchatmen. Viele Frauen verwenden ihre gewohnte Pflege weiter, bevor sie vom positiven Test wissen. Die über die Haut aufgenommene Menge ist so gering, dass laut Embryotox eine normale kosmetische Anwendung kein Grund zur Sorge und keine Indikation für weitergehende Maßnahmen ist. Konkret heißt das:

1. Setze das Produkt ab sofort ab.
2. Erwähne es beim nächsten Termin bei deiner Frauenärztin, einfach für die Vollständigkeit.
3. Steige auf schwangerschaftsfreundliche Wirkstoffe um (dazu gleich mehr).

Die sichere Alternative: Bakuchiol

Bakuchiol wird aus den Samen der Babchi-Pflanze (Psoralea corylifolia) gewonnen und ist chemisch kein Retinoid. Trotzdem aktiviert es in der Haut ähnliche Prozesse wie Retinol: Es regt die Kollagenbildung an, glättet feine Linien und verbessert das Hautbild. Eine randomisierte Vergleichsstudie im British Journal of Dermatology (2019) fand nach zwölf Wochen vergleichbare Ergebnisse bei Falten und Pigmentierung, mit deutlich weniger Hautreizungen auf der Bakuchiol-Seite. Ausführlich erklären wir das in unserem Vergleich Bakuchiol oder Retinol und im Guide Ist Bakuchiol in der Schwangerschaft sicher?

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So sieht eine sichere Schwangerschafts-Routine aus

Weniger ist mehr, besonders im ersten Trimester. Eine einfache, sichere Routine: milde Reinigung, ein feuchtigkeitsspendendes Serum mit Hyaluron, abends Bakuchiol, morgens eine beruhigende Creme und mineralischer Sonnenschutz. Der Sonnenschutz ist doppelt wichtig, weil Schwangerschaftshormone Pigmentflecken (Melasma) begünstigen. Was gegen bestehende Flecken hilft, liest du in unserem Beitrag über Pigmentflecken im Gesicht.

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Häufige Fragen

Ist Retinol-Creme in der Schwangerschaft wirklich gefährlich?

Ein nachgewiesener Schaden durch kosmetisches Retinol existiert nicht, die aufgenommene Menge ist minimal. Fachstellen raten trotzdem ab, weil sich ein Restrisiko nicht ausschließen lässt. Absetzen ist die klare Empfehlung, Panik ist unnötig.

Darf ich Retinol in der Stillzeit verwenden?

Auch in der Stillzeit wird von Retinoiden abgeraten. Bakuchiol gilt dagegen als unbedenkliche Option. Sprich im Zweifel mit deiner Ärztin oder Hebamme.

Welche Wirkstoffe sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Als unbedenklich gelten unter anderem Hyaluronsäure, Niacinamid, Vitamin C, Azelainsäure und Bakuchiol sowie mineralischer Sonnenschutz mit Zinkoxid.

Ab wann darf ich nach der Geburt wieder Retinol benutzen?

Wenn du nicht stillst, kannst du nach der Geburt wieder einsteigen. Wenn du stillst, warte bis zum Abstillen oder bleib bei Bakuchiol, das viele Frauen ohnehin dauerhaft besser vertragen.

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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprich Fragen zu deiner Hautpflege in der Schwangerschaft mit deiner Frauenärztin oder Hebamme.

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